Altona macht einen großen Schritt nach vorn: Auf meine Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 23/1041 vom 25. Juli 2025) hat der Senat geantwortet – mit klaren Signalen für mehr bezahlbaren Wohnraum, den Erhalt zentraler Industriebauten und einen Neustart des Verfahrens. Damit endet die jahrelange Hängepartie auf dem mehr als acht Hektar großen Gelände der ehemaligen Holsten-Brauerei und wir kommen dem neuen, lebendigen Stadtquartier in Altona-Nord spürbar näher.
Was jetzt konkret wird
- Mehr Sozialwohnungen: Die städtische SAGA hat angekündigt, den Anteil öffentlich geförderter Wohnungen zu erhöhen. Der Senat begrüßt das ausdrücklich. Das ist ein wichtiger Hebel gegen die Wohnungsnot – und eine klare Zusage an Mieter:innen mit kleinen und mittleren Einkommen.
- Geschichte bleibt sichtbar: Sudhaus, Juliusturm, Teile der Schwankhalle und das Malzsilo sollen erhalten bleiben. Darüber hinaus könnten weitere Bestände gesichert werden, wenn die neuen Eigentümer:innen entsprechende Anpassungen mitgehen. So behält das Quartier sein Gesicht – nicht als Museumsinsel, sondern als Teil eines gemischten, urbanen Viertels.
- Schutt raus, Neustart rein: Die Beprobung und der Abtransport des vorhandenen Bauschutts sind beauftragt; der Beginn ist „zeitnah“ geplant. Das ist entscheidend, damit vor Ort endlich wieder gearbeitet werden kann.
- Verfahren kommt in Fahrt: Das Bebauungsplanverfahren Altona-Nord 28 wird auf Basis eines überarbeiteten Konzepts wiederaufgenommen. Als nächstes steht die erneute Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TöB) an. Allein dieser Schritt kann erfahrungsgemäß etwa ein Jahr oder länger dauern – bei einem Projekt dieser Größe normal, aber jetzt mit klarer Perspektive.
Warum das für Altona wichtig ist
Altona braucht bezahlbaren Wohnraum, soziale Infrastruktur und öffentliche Räume, in denen sich Stadtleben entfalten kann. Mit dem Einstieg der öffentlichen Hand – SAGA gemeinsam mit der in Hamburg ansässigen Quantum – und der Vorbereitung der Eigentumsübertragung ist die kommunale Steuerung dieses Schlüsselareals gestärkt. Das gibt uns die Möglichkeit, soziale Ziele, Klimaschutz, Mobilität, Kitas/Schulen und Freiflächen integriert zu denken – statt nur in Parzellen.
Gleichzeitig zeigt der geplante Bestandserhalt, wie wir Stadtentwicklung und Identität zusammenbringen können. Die historischen Bauten erzählen die Industriegeschichte Altonas – und schaffen im neuen Quartier Orte mit Charakter, nicht nur austauschbare Fassaden.
Zeitplan & nächste Schritte (überblick)
- Konzept-Update durch SAGA/Quantum und Wiederaufnahme des B-Plan-Verfahrens Altona-Nord 28.
- Erneute TöB-Beteiligung (Fachbehörden, Leitungen, Versorgungsträger etc.) – Dauer: ca. 1 Jahr oder länger aufgrund der erforderlichen Gutachten und Abstimmungen.
- Städtebaulicher Vertrag mit dem Bezirk: u. a. Quote geförderter Wohnungen, Sicherung der Schulerweiterungsfläche, Umsetzung sozialer Einrichtungen, Grün- und Freiflächen, Erhalt historischer Gebäude.
- Baulogistik & Umweltschutz: laufende Maßnahmen zur emissionsarmen Beprobung/Lagerung/Entsorgung des Bauschutts und Schutz vor Staub und Lärm.
- Öffentlichkeit & Transparenz: Begleitende Information der Nachbarschaft über den Fortgang, Meilensteine und Beteiligungsmöglichkeiten.
Mein Verständnis von einem guten Holsten-Quartier
- 30 %+ geförderter Wohnraum als Zielkorridor – und wo möglich mehr: Durch SAGA als städtische Akteurin ist eine höhere Sozialwohnungsquote realistisch.
- Nutzungsmischung statt Schlafstadt: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Gastronomie – ein lebendiger Mix für kurze Wege.
- Grünräume & Klimaresilienz: Öffentliche Plätze, Bäume, Blau-Grün-Strukturen – stadtklimatisch sinnvoll und gut nutzbar für alle Generationen.
- Mobiles Quartier: Gute ÖPNV-Anbindung, Fahrrad- und Fußwege, wenig Durchgangsverkehr – und genug Abstellflächen für Lastenräder & Co.
- Erlebbare Geschichte: Die Leuchttürme des Areals – Sudhaus, Juliusturm, Malzsilo, Schwankhalle – als identitätsstiftende Orte mit neuen Funktionen.
Dokumentation
Schriftliche Kleine Anfrage und Senatsantwort (Drs. 23/1041, 25.07.2025):
Mithat Capar, MdHB
SPD-Bürgerschaftsfraktion Hamburg